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Ministerium will nach Aiwangers Tod «bruchlos» weitermachen

6.11.2026, 15:17

«Es fehlt nicht bloß der Chef, es fehlt ein großer Mensch», sagt Staatssekretär Tobias Gotthardt über den verstorbenen Hubert Aiwanger. Wie das Wirtschaftsministerium nun weitergeführt werden soll.

Im bayerischen Wirtschaftsministerium soll es nach dem überraschenden Tod von Minister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) eine «bruchlose Übergabe» geben. «Wir werden unsere Arbeit fortsetzen. Ich glaube auch, dass das genau das ist, was Hubert von uns erwartet hätte», sagte Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) bei einer Pressekonferenz in München. Gotthardt wird zunächst die Amtsgeschäfte und das Ministerium leiten, bis formal ein Nachfolger für Aiwanger bestimmt ist.

«Ich merke am Feedback der Mitarbeiter: Es fehlt nicht bloß der Chef, es fehlt ein großer Mensch», sagte Gotthardt sichtlich erschüttert und mit den Tränen kämpfend. Amtschefin Sabine Jarothe sagte: «Es ist eine Riesenlücke, die wir noch nicht fassen können.»

Gotthardt erfuhr in Singapur von Aiwangers Tod

Zum Zeitpunkt der Todesnachricht war Gotthardt noch in Singapur auf einer Delegationsreise. Er habe dann umgehend beschlossen, zurückzukehren, und den nächstmöglichen Flug genommen. Um halb sieben in der Früh sei er angekommen und «dann direkt ins Ministerium». Dort habe er zahllose Gespräche geführt. Jarothe sagte: «Wir wissen auch, das hätte auch unser Minister so gewollt, es muss weitergehen.» Gotthardt genieße das volle Vertrauen der ganzen Belegschaft. «Wir unterstützen ihn vollumfänglich in der Arbeit, die jetzt fortgesetzt werden muss.» 

Fünf Punkte für die Wirtschaft ganz im Sinne Hubert Aiwangers 

Weitergehen soll es im Wirtschaftsministerium erst einmal ganz in der Linie des verstorbenen Ministers. Ziel sei es, Verantwortung zu übernehmen und der bayerischen Wirtschaft weiterhin Verlässlichkeit zu garantieren, sagte Gotthardt. «Es wird nichts, was begonnen wurde, irgendwo stoppen oder sich verzögern.» Und man werde unvermindert die starke Stimme Bayerns auf Berliner und Brüsseler Ebene sein. «Wir werden da starkes Sprachrohr für die bayerische Wirtschaft sein», sagte der Wirtschaftsstaatssekretär.

Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in einer Koalition aus CSU und Freien Wählern unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der 55 Jahre alte Niederbayer und Chef der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten konnte.