Geschichte
Steinmeier: Gewalt und Unrecht dürfen nicht vergessen werden
9.10.2026, 14:50
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, weiter an diejenigen zu erinnern, die in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR Leid und Unrecht erfahren haben. «Gefängnisse, Lager, Diskriminierung, seelische und körperliche Gewalt, Schikanen, Unterdrückung jeder Art – all das darf nicht vergessen werden, all das soll erinnert, erzählt, bewahrt und weitergeben werden», sagte Steinmeier in einer Videobotschaft zum Festakt anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft in Berlin.
«Wie schnell wird Unrecht vergessen, wie rasch verklären sich vergangene Zeiten», warnte Steinmeier. «Wie kurz ist unser Gedächtnis – so dass die Täter von einst oder heutige Wiedergänger leichtes Spiel haben mit der Verfälschung von Geschichte, von tatsächlich geschehenem und vieltausendfach erlittenem Unrecht.» Dagegen helfe nur unerschrockene und beharrliche Gedächtnis- und Erinnerungsarbeit, wie sie von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft geleistet werde.
Gerechtigkeit für die Opfer von Haft und Misshandlung
Damit denen, die Leid, Haft und Misshandlung erfahren haben, Gerechtigkeit widerfahre, sei manchmal auch deutlich hörbarer Einsatz nötig. «Denn es gilt, politische Forderungen nach Anerkennung, nach Rehabilitierung und Entschädigung zu artikulieren und durchzusetzen», so Steinmeier.
«Dazu müssen Entscheidungsträger immer wieder sensibilisiert werden, muss das öffentliche Bewusstsein immer wieder wachgerüttelt werden für das, was Menschen in den Unrechtssystemen erst in der Sowjetischen Besatzungszone, dann in der DDR an Haft, Zersetzung, Zwangsarbeit, Enteignung und brutaler Heimerziehung erlitten haben.»