Nato-Ostflanke
Litauen will Schulen für Kinder von deutschen Soldaten bauen
24.08.2026, 14:36
Litauens Regierung will fast 57 Millionen Euro für den Bau und die Sanierung von Schulen für die Kinder von dort stationierten Bundeswehr-Soldaten zur Verfügung stellen. Mit dem Geld soll in der Hauptstadt Vilnius bis spätestens 2032 eine neue Bildungseinrichtung für etwa 500 bis 600 Schüler errichtet werden, meldete die Nachrichtenagentur BNS unter Berufung auf das Bildungsministerium. In der zweitgrößten Stadt Kaunas sei der Umbau einer Schule geplant, die für etwa 200 Schüler ausgelegt ist und 2028 eröffnet werden soll.
Litauen hatte zuvor bereits fast zwei Millionen Euro für vorübergehende Lösungen zur schulischen Betreuung der Kinder deutscher Soldaten bereitgestellt. So ist etwa seit September 2025 in einem Interimsbau die Deutsche Schule Vilnius in Betrieb. Es gibt auch Vorschul- und Kindergartengruppen, die auf Deutsch arbeiten.
Stationierung von Soldaten und ihren Familien in Litauen
Die Bundeswehr baut in Litauen die Panzerbrigade 45 auf. Sie wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt und im Frühjahr 2025 formal in Dienst gestellt. Die Brigade soll bis 2027 einsatzfähig sein. Vorgesehen ist eine dauerhafte Präsenz von bis zu 5.000 Soldaten, deren Hauptstandort eine sich im Bau befindende Kasernenanlage mit Truppenübungsplatz in Rudninkai sein soll.
Leben sollen die Soldaten in den Großstädten Vilnius und Kaunas. Die Schulen und Kindergärten gelten als wesentlicher Baustein dafür, dass sie ihre Familien mitbringen können. Wie viele Angehörige nach Litauen mitgehen könnten, ist gegenwärtig aber noch unklar. Einige Soldaten der Brigade sind bereits mit ihren Familien in das baltische EU- und Nato-Land umgezogen. Bislang sind rund 2.000 Angehörige der Truppe in Litauen stationiert.