Biologische Erzeugung

Erneut höhere Nachfrage nach Bio-Produkten im zweiten Quartal

3.08.2026, 14:25

Noch immer schauen Verbraucher stark aufs Geld. Trotzdem kaufen sie zunehmend Lebensmittel aus biologischer Erzeugung. Die Märkte profitieren davon in sehr unterschiedlichem Umfang.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hat im zweiten Quartal weiter zugelegt. Der Einzelhandel machte mit Bio-Produkten zwischen April und Juli einen Umsatz von 4,75 Milliarden Euro, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mitteilte. Das waren demnach 3,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Im gesamten ersten Halbjahr belief sich der Umsatz den Angaben zufolge auf mehr als 9,6 Milliarden Euro. 

Zwar ist das Umsatzwachstum laut BÖLW nicht um die Preissteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel bereinigt, übersteige diese aber deutlich. «Bio-Lebensmittel stehen auch in Krisenzeiten ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen: Da gehören sie auch hin», teilte BÖLW-Chefin Tina Andres mit. 

Vor allem die Drogeriemärkte wie dm oder Rossmann seien Treiber der Nachfrage, hieß es. Diese hätten ihr Bio-Sortiment in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet, etwa bei Snacks, veganen Produkten, Babykost oder Tee. Die Umsätze mit Bio-Produkten stiegen bei diesen Märkten den Angaben zufolge um fast 20 Prozent. Ihr Anteil am gesamten Bio-Lebensmittelhandel bleibt mit rund 12,5 Prozent aber noch ausbaufähig. 

Bio-Fachhandel stagniert

Im Bio-Fachhandel stagnierte die Nachfrage hingegen bei einem Umsatz von 0,82 Milliarden Euro. «Neben der insgesamt verhaltenen Konsumstimmung dürfte sich darin zunehmend auch der Strukturwandel im Markt widerspiegeln», teilte der BÖLW als Begründung mit. Sprich: Die Verbraucher kaufen Bio-Lebensmittel immer häufiger in den herkömmlichen Supermärkten oder eben den Drogerien. 

Die sogenannten Vollsortimenter, also Supermarktketten wie Rewe oder Edeka, verzeichneten bei Bio-Produkten dem BÖLW zufolge ein Umsatzwachstum von 5 Prozent im zweiten Quartal. Hier habe sich der Ausbau der Bio-Eigenmarken ausgezahlt, teilt der Verband mit. 

Die Zahlen seien in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AIG) erhoben worden, unter anderem basierend auf Daten der Marktforschungsinstitute Yougov und NIQ Nielsen.