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Junge Menschen in Deutschland verlieren Interesse am Lesen

9.07.2026, 10:05

Die Umsätze sinken ebenso wie die Zahl der Neuerscheinungen. Der Börsenverein hat eine Erklärung, woran das liegt. Nur ein Thema boomt.

Die Lesekrise hat den Buchmarkt erreicht: Der Umsatz der Buchbranche lag 2025 mit 9,62 Milliarden Euro 2,7 Prozent unter dem von 2024, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels berichtet. Besserung ist nicht in Sicht: Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 4,1 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Vor allem junge Menschen verlieren demnach die Lust am Lesen: Die Zahl der Buchkäuferinnen und Buchkäufer zwischen 10 und 15 Jahren ging 2025 im Vergleich zum Vorjahr um über 30 Prozent zurück, bei 20- bis 29-Jährigen um knapp 18 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg sank die Zahl der Buchkäuferinnen und Buchkäufer nur um knapp fünf Prozent.

Versäumnisse in der Bildungspolitik

«Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt - das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen», sagte der Vorsteher des Börsenvereins, Sebastian Guggolz. Die Zahlen müssten «ein Weckruf an die Politik» sein: Lesefähigkeit sei eine Voraussetzung demokratischer Mitgestaltung.

In diesen Themenbereichen sind die Umsätze gesunken: 

  • Reisebücher minus 11,6 Prozent
  • Ratgeber minus 8,1 Prozent
  • Sachbücher minus 4,6 Prozent
  • Kinder- und Jugendbücher minus 2,4 Prozent

Gestiegen sind die Umsätze nur in diesen Themenbereichen:

  • Belletristik plus 1,2 Prozent
  • Young-Adult plus 4,8 Prozent
  • New-Adult plus 9,6 Prozent

Die Zahl der Erstauflagen war rückläufig: 2025 erschienen 52.644 neue Titel - fast zehn Prozent weniger als 2024. Während das Online-Geschäft stabil blieb, ging der stationäre Buchhandel 2025 um 3,7 Prozent zurück. Das Geschäft mit E-Books pendelte sich auf stabilem Niveau ein. Beim Hörbuch stiegen die Umsätze um mehr als 13 Prozent.