Fußball-Nationalmannschaft

WM-Aus für Schlotterbeck nach Fußverletzung

22.06.2026, 14:37

Das ist bitter: Für Nico Schlotterbeck ist das WM-Turnier nach einer Sprunggelenksverletzung frühzeitig beendet. Was das für die DFB-Elf bedeutet und wer jetzt im Fokus steht.

Bitteres WM-Aus für Nico Schlotterbeck: Der 26-Jährige von Borussia Dortmund hat sich nach dpa-Informationen beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen und kann beim Turnier in Nordamerika nicht mehr für die Fußball-Nationalmannschaft zum Einsatz kommen. Dem Abwehrspieler droht nun eine Pause von rund zwei Monaten. Zuerst hatten «Bild» und Sky über die Diagnose berichtet.

Keine Nachnominierung möglich

Nach der Muskelverletzung von Lennart Karl muss Bundestrainer Julian Nagelsmann damit schon den zweiten Turnierausfall verkraften. Da die FIFA-Frist abgelaufen ist, kann er jetzt aber keinen Spieler mehr nachnominieren. Der Weltverband erlaubt nach der ersten Partie jedes Teams nur noch eine neue Berufung von Torhütern ins Aufgebot.

Für Karl hatte Nagelsmann noch Assan Ouedraogo nachnominieren können. Schon vor der Kader-Nominierung hatte Karls Münchner Club-Kollege Serge Gnabry als Startelf-Kandidat die WM-Teilnahme absagen müssen. 

Die Verletzung von Schlotterbeck in seinem 29. Länderspiel ist bitter für Nagelsmann. Der BVB-Verteidiger ist wichtig für den Spielaufbau aus der Abwehr heraus und war als einziger Linksfuß unter den Innenverteidigern Stammkraft. Nach dem frühen Ausscheiden 2022 endet auch die zweite WM-Teilnahme für Schlotterbeck mit einer bitteren Enttäuschung. 

Rüdiger jetzt im Fokus

Durch die Verletzung rückt nun Antonio Rüdiger wieder in den Fokus und sehr wahrscheinlich auch in die Startformation für das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag in East Rutherford. Der 33-Jährige, der zuletzt hinter Schlotterbeck und Jonathan Tah zurückstehen musste, war in Toronto zur Halbzeit für den Dortmunder eingewechselt worden. Weitere Innenverteidiger im Aufgebot sind Schlotterbecks BVB-Kollege Waldemar Anton und Malick Thiaw. 

Bis zur Halbzeitpause durchgehalten

Schlotterbeck zog sich die Verletzung nach einer knappen Viertelstunde zu, als er sich in einem Zweikampf selbst gegen das linke Bein trat. Nagelsmann lobte in der Pressekonferenz nach dem Spiel den Dortmunder für seinen anschließenden Einsatz, «wie er sich noch durchgebissen hat bis zur Pause», sagte der 38-Jährige. Schlotterbeck wurde mehrfach behandelt, hielt aber die komplette erste Halbzeit durch. 

«Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was», sagte Nagelsmann gleich nach dem 2:1. «Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus.» Erst danach könne man weitere Schlüsse über eine mögliche Ausfallzeit ziehen. Die traurige Gewissheit kam dann nach der Rückkehr nach North Carolina. Schlotterbeck hatte im vergangenen Jahr fast ein halbes Jahr wegen eines Meniskusrisses im linken Knie gefehlt.

«Antonio hat es gut gemacht, sehr konzentriert», sagte Nagelsmann über Ersatzspieler Rüdiger. Der Real-Star habe in den vergangenen zwei bis drei Wochen keinen Spielrhythmus gehabt und dennoch sofort in die intensive Partie gefunden. «Er hat es super gut gemacht», sagte Nagelsmann über Rüdiger.