Erinnerungskultur

Platz vor Berliner Landesparlament trägt Margot Friedländers Namen

7.05.2026, 09:45

Der Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus hat einen Namen bekommen. Er erinnert an die Berliner Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer.

Der Platz direkt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus trägt ab sofort den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025). Am Vormittag wurde das Schild mit ihrem Namen offiziell enthüllt. «Wir ehren damit eine große Berlinerin und einen Menschen, dessen Leben uns zu dauerhaftem Erinnern verpflichtet», sagte Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU) bei der Feierstunde im Plenarsaal.

Seibeld erinnerte daran, dass Friedländer nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Theresienstadt zunächst in die USA gegangen war, 2010 aber zurück nach Berlin kam. «Ihre Mission war klar, für die zu sprechen, die nicht mehr sprechen konnten. Sie tat das unermüdlich, vor allem für junge Menschen», sagte Seibeld. Den Platz vor dem Abgeordnetenhaus nach Friedländer zu benennen, sei eine dauerhafte Mahnung. «Sie hat uns etwas mitgegeben: den Auftrag hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.» 

Wegner würdigt Friedländer

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, Friedländer sei der Beweis dafür, dass Menschlichkeit über Unmenschlichkeit siegen könne. «Margot Friedländer hielt den Blick stets auf das Gute gerichtet. Sie vertraute auf Humanität und Toleranz», sagte der CDU-Politiker. Aber sie habe auch die Gefahren für die Demokratie gesehen und den wachsenden Antisemitismus. «Deshalb ist es unsere Pflicht, Margot Friedländers aufklärerisches Wirken mit ganzer Kraft fortzusetzen.»

Mit 88 Jahren zurück nach Berlin

Friedländer war am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren gestorben. Sie stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin. Von den Nationalsozialisten wurde sie ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann in die USA. Erst mit 88 Jahren zog sie zurück in die deutsche Hauptstadt. Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.