Tiere

Wal an der Ostseeküste gestrandet - Rettungsversuch mit Boot

23.03.2026, 15:20

An der deutschen Ostseeküste strandet ein großer Wal. Experten begutachten das Tier jetzt genauer. Zahlreiche Einsatzkräfte sind im Einsatz.

Von Lea Albert und Felix Müschen, dpa

Mit Schlauchbooten, Drohnen und in Trockenanzügen prüfen Experten und Einsatzkräfte der Feuerwehr, ob und wie ein an der deutschen Ostseeküste gestrandeter Wal gerettet werden kann.

Zahlreiche Helfer waren seit dem Mittag am Strand im Einsatz - beobachtet wurden sie dabei von vielen Schaulustigen. Feuerwehrleute versuchten am frühen Nachmittag, das lebende Tier mit Hilfe eines Schlauchbootes wieder in tiefere Wasser der Ostsee zu bekommen. Dabei drehten sie den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne.

In der Nacht zum Montag war der Meeressäuger laut Polizei im Wasser vor dem Ort Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) entdeckt worden. Die Polizei hatte den Bereich am Strand rund um den Fundort im Ortsteil Niendorf abgesperrt. Immer wieder bewegte sich der Wal leicht, man hörte Atemgeräusche. Warum er gestrandet war, blieb zunächst unklar.

Viele Experten am Strand

Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover begutachten das Tier. Bis auf wenige Meter näherten sich zwei Experten dem Wal, bei dem es sich den Angaben zufolge um einen Buckelwal handelt. Zum Begutachten des großen Tieres trugen sie orangefarbene Trockenanzüge. «Der Buckelwal sieht von der Haut nicht sehr gut aus», sagte ITAW-Expertin Stephanie Groß. Das Tier sei erkrankt.

«Der Wal hat im Kopfbereich und im Flügelbereich Bewegungsfreiheit. Er scheint aber mit Brust oder Bauch aufzuliegen», erklärte Groß weiter. Das Problem sei, dass der Bereich vor dem gestrandeten Wal noch flacher sei. Er müsse irgendwie wieder zurück in die tiefere Fahrrinne gelangen. Es könne auch sein, dass das Tier trotz Rettung wieder strande oder verende. Dennoch sei es einen Versuch wert, das Tier - falls möglich - zu befreien.

Mit einer Drohne machten sich die ITAW-Mitarbeiter ein Bild aus der Luft, um einzuschätzen, wie das auf einer Sandbank festliegende Tier befreit werden kann.

Vermutlich ein Buckelwal

Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte Hinweise zur Art entdeckt: «Wir wissen ziemlich sicher, dass es ein Buckelwal ist, weil wir das Tier jetzt in der Gänze gesehen haben», sagte Sprecher Sven Biertümpfel. Vermutlich handele es sich um einen jungen Walbullen, denn die männlichen Tiere seien im Gegensatz zu den Kühen auf «Wanderschaft».

Der Sprecher geht zudem davon aus, dass es sich bei dem Tier um denselben Wal handelt, der seit März im Hafen des nordostdeutschen Wismar gesehen wurde.