Tierschutz
In Österreich deutlich mehr Wolfsabschüsse als in Deutschland
4.03.2026, 15:37
In Österreich werden laut einer Bilanz der Naturschutzorganisation WWF deutlich mehr Wölfe getötet als in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr seien 25 Exemplare des Raubtiers in der Alpenrepublik geschossen worden, das entspreche einem Viertel des bekannten Bestands, kritisierte der WWF.
«Im Schnitt wird in Österreich alle zwei Wochen ein Wolf getötet. Ein derart aggressiver Umgang mit einer geschützten Art ist völlig unverhältnismäßig und gefährdet die Entwicklung eines günstigen Bestandes», sagte WWF-Experte Christian Pichler. Auch in diesem Jahr setze sich der Trend mit bereits sieben getöteten Wölfen fort.
Vergleich zu Deutschland und der Schweiz
In Deutschland seien seit 2022 insgesamt 12 Wölfe im Rahmen sogenannter Managementmaßnahmen geschossen worden. In Österreich seien es im selben Zeitraum 57 behördlich genehmigte Tötungen gewesen. Dabei gebe es in Deutschland 219 Rudel, in Österreich nur 9.
In der Schweiz wurde die Zahl der Wölfe in zwei sogenannten Regulierungsphasen verringert. So wurden von September 2024 bis Ende Januar 2025 nach Angaben des Bundesamts für Umwelt (Bafu) 92 Tiere proaktiv geschossen, also bevor überhaupt Schäden entstanden. Mit der Maßnahme sei das schnelle Wachstum des Bestands gebremst worden, hieß es vom Bundesamt in seiner 2025 veröffentlichten Bilanz.
Im vergangenen Jahr wurde in der EU der Schutzstatus des Wolfs herabgestuft. Er gilt nicht mehr als «streng geschützt», sondern als «geschützt».