Börsen
Dax-Anleger begeben sich in Lauerstellung
14.02.2026, 14:12
In einem weiterhin von Unsicherheiten geprägten Umfeld dürfte sich der Dax in der neuen Woche weiterhin schwertun. Fraglich ist insbesondere, ob der deutsche Leitindex nachhaltig die runde Marke von 25.000 Punkten überwinden kann. Denn zumindest von konjunktureller Seite dürfte das Börsenbarometer wohl erst am kommenden Freitag wichtige Impulse aus den USA und aus Europa erhalten. Zudem sind am Montag die US-Börsen wegen des Feiertages Presidents' Day geschlossen, sodass der Wochenstart auch hierzulande ruhig verlaufen könnte.
Am Freitag schloss der Dax 0,25 Prozent höher bei 24.914,88 Zählern. Dies ergibt ein Wochenplus von 0,78 Prozent. Günstige Inflationsdaten aus den USA hatten dem Dax zu moderaten Gewinnen verholfen.
Dax bis Mitte Januar auf Rekordjagd
Bis Mitte Januar hatte der Dax noch den geopolitischen Risiken getrotzt und ein Rekordhoch nach dem anderen erklommen. Seitdem aber agieren die Anleger vorsichtiger, denn einige Säulen der jüngsten Rally sind etwas ins Wanken geraten. So zeigt sich, dass der Boom rund um Künstliche Intelligenz aus Branchensicht auch potenzielle Verlierer produziert.
Zudem befürchten die Anleger, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen in diesem Jahr doch nicht so schnell senken könnte wie erhofft. Dies würde Aktien im Vergleich zu Anleihen wieder ein Stück unattraktiver machen.
«Nach dem jüngsten positiven Arbeitsmarktbericht ist die Geldpolitik der Fed noch schwieriger einzuschätzen», schrieb Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).
Blicke richten sich auf kommenden Freitag
Zum Wochenschluss steht unter anderem am Nachmittag die erste Schätzung für das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im Schlussquartal 2025 auf der Agenda. Derzeit sieht es Windt zufolge so aus, als hätte der bislang längste Teil-Regierungsstillstand in den USA die Konjunktur weniger beeinträchtigt als befürchtet. Bereits am Freitagvormittag werden die europäischen und deutschen Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht, die als wichtige Frühindikatoren gelten.
Unabhängig davon sind zwar weiterhin der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten und die unberechenbare Politik des US-Präsidenten Donald Trump wichtige Risikofaktoren. Doch Sebastian Raedler, leitender Anlagestratege der US-Investmentbank der Bank of America für Europa, sieht aktuell gerade in Deutschland Chancen. Denn das Fiskalpaket der Bundesregierung zur Konjunkturbelebung entfalte nun endlich auch in den Wirtschaftsdaten seine Wirkung. Am deutlichsten werde dies in den jüngsten Zahlen zum Auftragseingang in der deutschen Industrie.