Filmproduktionen

Studio Babelsberg meldet volle Auslastung zur Berlinale

9.02.2026, 15:32

Internationale Stars, volle Studios und mehr Fördergeld: Nach harten Jahren für Filmproduktionen sieht sich Studio Babelsberg wieder auf Erfolgskurs - pünktlich zur Berlinale.

Potsdam (dpa/bb) - Nach einer Flaute bei Filmproduktionen und wirtschaftlich schwierigen Jahren erlebt das traditionsreiche Studio Babelsberg einen Aufschwung. Der Vorstandsvorsitzende Jörg Bachmaier sieht den Filmstandort auch dank der Reformen bei der Filmförderung gestärkt. 

«Studio Babelsberg ist zurück - operativ, wirtschaftlich und mit einer klaren Perspektive», sagte Bachmaier am Vormittag im Filmmuseum Potsdam anlässlich der am Donnerstag beginnenden Filmfestspiele Berlinale in Berlin. «Nach mehreren herausfordernden Jahren ist Studio Babelsberg derzeit wieder voll ausgelastet.» Bachmaier: «Bei uns fahren die Trucks ein und aus.»

Drei internationale Serien entstehen in Babelsberg 

Der Produktions-Standort für Filme und Serien hatte zuletzt unter den Streiks in den USA, einem weltweit rückläufigen Produktionsniveau sowie politischen Unsicherheiten gelitten. «Zum ersten Mal seit langer Zeit sind fast alle Studios belegt», sagte Bachmaier. Die Stabilisierung sei zu spüren. Studio Babelsberg beschäftigt nach seinen Angaben um die 200 Menschen in den Werkstätten des Kulissenbaus.  

Aktuell werden drei internationale Serien für Streamingdienste gleichzeitig im Studio Babelsberg produziert. Eine ist die Netflix-Serie «The Boys from Brazil», besetzt unter anderem mit den Schauspielern Jeremy Strong, Gillian Anderson, Daniel Brühl und August Diehl. Die anderen Produktionen durfte Bachmaier nicht nennen.

Reform bei Filmförderung

Die deutsche Regierung will mit einer Investitionsverpflichtung erreichen, dass Netflix, Amazon Prime, Disney+ und die großen Fernsehsender mehr Filme und Serien in Deutschland drehen. Vor allem Osteuropa macht deutschen Standorten Konkurrenz. 

Künftig sollen die Anbieter mindestens 8 Prozent des jährlichen Nettoumsatzes in europäische Produktionen stecken. Zusätzlich soll es Mindestquoten zum Beispiel für deutschsprachige Produktionen geben. 

Mit der Einigung auf eine Investitionsverpflichtung werden im Bundeshaushalt auch zusätzliche 120 Millionen Euro freigegeben. Die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung steigen damit auf 250 Millionen Euro pro Jahr.

«Wendepunkt» für Produktionen

Die Verdoppelung der Fördermittel auf 250 Millionen Euro in Kombination mit einer starken regionalen Förderung wie in Brandenburg sei ein Wendepunkt für die deutsche Studiolandschaft, meinte Bachmaier. Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) sagte, ein zentrales Element der Filmreform auf Bundesebene sei endlich geklärt. Nun müssten die aufgestockten Mittel zügig freigegeben werden. 

Studio Babelsberg investiert zudem in die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz und ist im Austausch mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und Tech-Firmen. Der Standort solle als international anerkanntes Zentrum für verantwortungsvolle KI-Anwendungen positioniert werden, so Bachmaier.