Schutz der Ressourcen

Nabu warnt: Deutschland droht Wasserstress

15.01.2026, 14:39

Eine Untersuchung stellt fest: Deutschland hat seit Anfang des Jahrhunderts rund 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren. Experten raten zu gezielten Maßnahmen.

Deutschland drohen nach Einschätzung der Umweltorganisation Nabu im Agrarbereich und der gesamten Volkswirtschaft erhebliche Schäden durch Wasserknappheit. «Seit Anfang der 2000er Jahre hat das Land rund 60 Milliarden Kubikmeter aus Grundwasser und Wasserspeichern verloren. Das entspricht dem Volumen des Bodensees», teilte die Organisation in Berlin zur Veröffentlichung einer Untersuchung mit, die zusammen mit der Boston Consulting Group (BCG) gemacht wurde.

«In den nächsten 25 Jahren werden sich die volkswirtschaftlichen Kosten des Wasserschwundes auf 500 bis 625 Milliarden Euro summieren. Dagegen erfordern gezielte frühzeitige Investitionen insgesamt geschätzte 15 bis 20 Milliarden Euro», hieß es in der Mitteilung.

Zu viele Flächen versiegelt

Versiegelte und verdichtete Böden für Siedlungs- und Verkehrsflächen, das Roden von Wäldern und entwässerte Flächen verhinderten, dass ausreichend Wasser versickere und sich die Grundwasserspeicher wieder auffüllen können. Zugleich habe sich Wasserbedarf in der Landwirtschaft massiv erhöht: Er sei zwischen 2020 und 2022 bereits auf das Doppelte gestiegen.

Wegen der Erderwärmung gibt es in vielen Regionen häufiger und öfter extremes Wetter, unter anderem Hitzewellen und Dürren.

«Wasser ist eine strategische Ressource – vergleichbar mit Energie. Wir müssen mit neuem Fokus auf Wasserkreisläufe, die nationale Wasserbilanz und Indikatoren schauen und jetzt investieren, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren», erklärte BCG-Experte Torsten Kurth, der auch Mitautor der Studie ist.