Politik

Wadephul an USA: Gemeinsame Verantwortung für Sicherheit

11.01.2026, 15:56

Ukraine, Grönland, US-Austritt aus UN-Organisationen. Die Liste der komplizierten Themen für den Besuch des deutschen Außenministers in Washington ist lang. Vorher soll es ein spezielles Signal geben.

Außenminister Johann Wadephul erinnert die USA angesichts der Androhung einer gewaltsamen Einnahme Grönlands an die gemeinsame Verantwortung für Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit in der Nato. «Natürlich gibt es auch zwischen engen Partnern immer wieder unterschiedliche Sichtweisen. Sie sollten aber nicht dazu führen, dass wir das große Ganze aus dem Blick verlieren», warnte der CDU-Politiker laut Mitteilung vor einem Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio am Montag in Washington. 

Zu dem Gespräch mit Rubio sagte Wadephul in der ZDF-Sendung «Berlin direkt», es gebe eine ganze Menge Themen: «Wie lösen wir jetzt endlich den Konflikt in der Ukraine, den russischen Aggressionskrieg. Was geschieht mit Gaza? Was geschieht mit Iran?» Trotz der jüngsten Differenzen betonte er: «Ich fahre zu Freunden, ich fahre zu Verbündeten.»

Am frühen Abend wollte Wadephul auf seinem Weg in die USA einen Stopp auf Island machen. Auf der südöstlich von Grönland liegenden Insel will er mit seiner Kollegin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir zusammenkommen. Auch dieses Treffen findet vor dem Hintergrund der Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland statt. Trump verweist dabei immer wieder auf die strategische Bedeutung der Arktis-Insel und eine große Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region.

Ebenso wie die USA und Deutschland sind Island und das offiziell zu Dänemark gehörende Grönland Mitglieder des transatlantischen Nato-Bündnisses. 

Interessen der Nato-Alliierten und Grönlands im Zentrum

Wadephul sagte, zur gemeinsamen Verantwortung gehöre «gerade die Sicherheit im Nordatlantik, dessen Namen die Nato nicht nur im Namen trägt, sondern der auch für unsere gemeinsame Sicherheit strategisch so wichtig ist». Diese Themen müssten in der Nato gemeinsam besprochen werden. Im Mittelpunkt müssten dabei die legitimen Interessen aller Nato-Alliierten wie jener der Bewohner Grönlands und der Region stehen. 

Wadephul trifft überraschend auch UN-Generalsekretär Guterres

Überraschend will Wadephul am Montagabend in New York UN-Generalsekretär António Guterres treffen. Hintergrund ist auch die US-Ankündigung, sich aus 66 internationalen Organisationen zurückzuziehen, darunter zahlreiche UN-Organisationen. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen nicht mit den Interessen der USA vereinbar seien. Bei vielen der Organisationen geht es um Umwelt und Klima, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit.