Bundespräsident

Steinmeier gedenkt der Opfer von Gernika

28.11.2025, 15:44

Als erster Bundespräsident besucht Frank-Walter Steinmeier die Stadt Gernika im Baskenland. Hier begegnet er einem dunklen Kapitel in der deutsch-spanischen Geschichte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich zur deutschen Schuld bei der Zerstörung der Stadt Gernika im Baskenland bekannt. «Deutschland weiß um seine historische Verantwortung. Wir bekennen uns dazu. Und wir fühlen die Verpflichtung, heute für Frieden, Demokratie und gegen Gewalt einzutreten», sagte er bei einem Besuch der Stadt. «Die Bombardierung Gernikas durch die Kampfflugzeuge der "Legion Condor" 1937 war ein brutales Verbrechen.»

Steinmeier besuchte als erstes deutsches Staatsoberhaupt Gernika. Deutsche Bomber zerstörten die Stadt im Spanischen Bürgerkrieg weitgehend. Hunderte Zivilisten starben. Der von König Felipe VI. begleitete Bundespräsident legte einen Kranz für die Opfer nieder, während eine Glocke aus einer damals ebenfalls bombardierten Kirche sechsmal schlug. 

Steinmeier: Verneige mich vor Opfern und Überlebenden

Steinmeier sagte später: «Ich verneige mich vor den Opfern und unser Mitgefühl gilt den Überlebenden, ihren Familien und allen, bei denen die Wunden jener Zeit noch offen und nicht verheilt sind.» Beide Staatsoberhäupter unterhielten sich ausführlich mit Crucita Etxabe und María Carmen Aguirre, die damals sechsjährige Kinder waren und den Luftangriff überlebten.

Deutscher Bombenangriff auf wehrlose Zivilbevölkerung

Flugzeuge der deutschen «Legion Condor» hatten die militärisch völlig unbedeutende Kleinstadt am 26. April 1937 angegriffen und zu drei Vierteln zerstört. Die Schätzungen zur Zahl der Todesopfer schwanken zwischen 300 und 1.500. Es war in der europäischen Geschichte der erste massive Bombenangriff auf die wehrlose Zivilbevölkerung einer ganzen Stadt. 

Im Spanischen Bürgerkrieg unterstützten das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien die Putschisten unter General Francisco Franco.

Kaum Spuren der Luftangriffs in der Stadt zu sehen

Von den Spuren des Grauens ist im heutigen Gernica kaum etwas zu sehen. Nur im örtlichen Friedensmuseum wird die Wucht des Bombenangriffs in Schwarz-Weiß-Fotos und -Filmen nochmals lebendig.

Als Steinmeier und Felipe vor dem Museum vorfuhren, wurden sie von einer lautstarken Gruppe von Demonstranten erwartet.

Roman Herzog bekannte sich zur deutschen Schuld

Deutschland hatte 1997 seine Schuld bei der Zerstörung der baskischen Kleinstadt offiziell eingestanden. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bat die Überlebenden um Versöhnung. «Ich möchte mich der Vergangenheit stellen und mich zur schuldhaften Verstrickung deutscher Flieger ausdrücklich bekennen», erklärte er in einem Grußwort am 60. Jahrestag der Bombardierung. Ein Jahr später entschuldigte sich auch der Deutsche Bundestag in einer Resolution bei der Bevölkerung von Gernika.

König Felipe wertet Besuch in Gernika als Geste der Versöhnung

Spaniens König Felipe VI. hatte Steinmeier schon am ersten Abend des Besuches in seiner Tischrede beim Staatsbankett für die Fahrt nach Gernika gedankt. Er sprach von einer «Geste von großer symbolischer Tragweite und der Versöhnung».